HowTo Wie verwende ich Blende und ISO Einstellungen

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martma

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Mit diesem Beitrag möchte ich die unterschiedlichen Einstellungen bei einer DSLR, und ihre Auswirkungen auf das Bild veranschaulichen. Könnte vielleicht für den einen oder anderen Review- oder Tagebuchschreiber von Interesse sein.

Die wichtigsten Dinge sind die Blende und ISO, da sie das Bild am stärksten beeinflussen. Die Belichtungszeit ist hier nicht so wichtig, das lassen wir einfach von der Kamera regeln. Am besten ist es natürlich wenn man hier mit einem Stativ arbeitet. Wenn man das nicht hat, sollte man aufpassen, dass die Belichtungszeit nicht länger wie eine 15tel Sekunde wird, ohne Bildstabi sollte man schon eine 30stel Sekunde haben. Dann gibt es noch ein paar Einstellungen in den Menüs, die auch noch zu beachten sind.

Die Blende:

Ich fange mal mit der Blende an. Die Blende besteht aus mindestens 6 Lamellen, die durch gegenseitiges überschieben die Öffnung des Objektives kleiner machen können.

Bei komplett geöffneter Blende spricht man von Offenblende, was auch einer großen Blende entspricht, je weiter sich die Lamellen überlappen, desto kleiner wird die Öffnung, man spricht von einer kleinen Blende. Achtung, hier kann es zu Verwirrungen kommen. Große Blende heißt nicht große Blendenzahl! Die größte Blende an einem Objektiv ist die kleinste Zahl, die größte Zahl, meist zwischen 22 und 32 ist dann die kleinste Blende.

Wann brauche ich eine große oder kleine Blende?

Fotografiere ich in Gebäuden oder im Freien bei Dämmerung, brauche ich eine große Blende, damit noch genug Licht auf den Sensor trifft. Natürlich könnte man auch dann mit kleiner Blende arbeiten, dann braucht man aber meist ein Stativ, weil die Belichtungszeit dann länger wird. Fotografiere ich bei Sonnenlicht, muss man die Blende meist kleiner machen, damit nicht zu viel Licht auf den Sensor fällt, sonst wird das Bild überbelichtet.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, die Blende groß oder klein zu wählen. Die Tiefenschärfe.
Hier wird es für die Hardwarefotografierer interessant:

Folgende Bilder sind alle mit einem 43mm Objektiv fotografiert worden. Zu 95% Prozent verwende ich den AV Modus der Kamera. Man kann also Blende und ISO selbst einstellen und überlässt die richtige Belichtungszeit der Kamera.

Arbeite ich mit Stativ und verwende eine kleine Blende, kann ich zum Beispiel ein Mainboard schräg fotografieren und es ist von Anfang bis zum Ende scharf.

Blende 16:



Verwende ich eine mittlere Blende, kann man schon deutlich sehen, dass das Board vorne und hinten unscharf wird.

Blende 6.3



Mit einer großen Blende (kleine Zahl) ist das Board nur noch in der Mitte scharf.

Blende 2.0



Für den Fall einer kompletten Darstellung des Mainboard wäre das Bild mit Blende 16 das richtige gewesen. Möchte man Details hervorheben, würde man eine kleine Blende nehmen, dann allerdings auch mit einem anderen Blickwinkel.

Bei folgenden zwei Bildern würde ich gerne den Blick auf den kleinen Kühlblock mit dem Gigabyte Schriftzug lenken.

Mit Blende 16 gelingt das aber nicht wirklich wie hier zu sehen:



Mit Blende 2.0 jedoch sehr gut. (Hat Dein Objektiv keine Blende zwei, nimmst Du einfach die kleinste Blendenzahl die einstellbar ist)



Will ich also ganze Teile fotografieren, nehme ich eine kleine Blende (große Zahl), möchte ich ein bestimmtes Detail hervorheben, nehme ich eine große Blende (kleine Zahl).

Die Lichtempfindlichkeit (ISO):

Die ISO Einstellungen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Blende und Belichtungszeit. Macht man die Blende klein, muss man entweder den ISO Wert anheben damit der Sensor Lichtempfindlicher wird, oder man arbeitetet mit Stativ, dann gleicht man das durch eine längere Belichtung aus. Ein Stativ wäre natürlich besser, hat man aber keines, kann man die Belichtungszeiten kurz halten, indem man den ISO Wert erhöht, was aber leider einen Nachteil hat. Ich habe obige Bilder alle mit ISO 100 aufgenommen, da beim niedrigsten ISO Wert die Bilder am schönsten werden, man hat ein sehr niedriges Bildrauschen. Bei höher werdendem ISO Wert steigt leider das Bildrauschen an, das Bild wird pixeliger. Im folgenden habe ich das mal auf ein paar Bildern verdeutlicht. Ich habe immer die gleiche Aufnahme gemacht, angefangen von ISO 100 bis ISO 6400. Die Rauschreduzierung steht Standardmäßig auf Mittel.

ISO 100



ISO 400



ISO 800



ISO 3200



ISO 6400



ISO 6400 ohne Rauschreduzierung



Wie Ihr seht, kann man ISO 800 noch halbwegs gut verwenden, höher würde ich aber nicht empfehlen, da gerade die dunklen Bereiche sehr pixelig werden. Dies ist aber auch von Motiv zu Motiv unterschiedlich. Hat ein Bild keine gleichmäßigen Flächen wie hier z.B. die Slots, kann man mir der ISO höher gehen.

Motiveinstellungen:

Die verschiedenen DSLR haben auch verschiedene Einstellmöglichkeiten, bei meiner gibt es leuchtend, natürlich, Porträt, Landschaft, lebendig und gedeckt. Für Hardwarefotos hat sich für meinen Geschmack die Einstellung Porträt am besten geschlagen, da ich es sehr neutral finde. Das ist aber wahrscheinlich bei den verschiedenen Herstellern auch unterschiedlich.

Weißabgleich:

Verschiedene Lichtquellen leuchten in unterschiedlichen Farbtönen, weiß ist hier nicht gleich weiß. Die eine Lichtquelle geht mehr ins gelbe, die andere mehr ins rötliche und einige auch ins bläuliche. Die DSLR's haben zwar alle eine automatische Lichtquellenerkennung, aber die funktioniert gerade bei Innenaufnahmen mit Beleuchtung nicht wirklich gut. Wie das bei den verschiedenen Modellen geht steht im Handbuch und sollte so durchgeführt werden.
 

joinTee

Pinguinzüchter
09. 09. 2014
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Hamburg
Diese Grundlagen gelten denke ich auch für nicht-DSLR's.

Bei meiner Canon S100 kann man im manuellen Modus Blende, ISO und selbst die Belichtungszeit bestimmen. Das kleine Ding kann zwar vom Wertebereich (insbesondere Blende) nicht mithalten aber dafür passt's in die Hosentasche.
 
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