Mikrofonauswahl - Videoguide & Beratung.

  • Ho Ho Ho, macht bei unserem Weihnachts-Gewinnspiel mit...

    Das Hardware-Inside Team wünscht euch viel Glück und Frohe Weihnachten

    hier klicken
  • Willkommen bei Hardware-Inside, Gast! In unseren Forenrichtlinien findest du alle Informationen zu unserer Community. Bei Registrierung wird auch kaum noch Werbung angezeigt...
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

cryonic

Bekanntes Mitglied
12. 01. 2015
59
21
8
33
Wie der Titel schon sagt - ein kleiner Videoguide welche Mikrofone es so gibt, wozu sie gebraucht werden und wie sie eingesetzt werden + kleine Übersicht über Preise und Klangqualität.


Übersicht:
Generelle Infos:
Richtcharakteristik:
Es gibt verschiedene, beliebt sind Niere/Superniere(Cardioid/Hypercardiod in englisch) , Omnidirectional, Bidirectional, Stereo usw.
Omni nimmt alles rund herum auf - gut für mehrere Personen, schlecht für laute Umgebungen.
Bidirectional - gut für 2 Leute die sich gegenüber sitzen mit Mikro dazwischen.
Stereo - für Stereoaufnahmen natürlich, wobei die meisten Fälle keine solche Mikrofone erfordern.
Niere/Superniere - enger kegelförmiger Bereich vor dem Mikrofon wird aufgenommen, seitlich & hinter dem Mikrofon befindliche Schallquellen werden so gut wie möglich unterdrückt. Extrem praktisch in lauter Umgebung - von Konzert bis zu einer Messe/Ausstellung.

Dynamische Mikrofone:
Diese sind sehr weit verbreitet. Sie findet man überall - vom billigsten 3€-Headset bis hin zu dem weltbekannten Shure SM58 auf der Bühne.
Generell kann man sagen - sie sind robust, recht einfach aufgebaut, brauchen keine externe Stromversorgung auf dafür passenden Geräten (Mischpulte, Soundkarten/Audio Interface usw), kosten nicht viel Geld und jeder hat schon mal eins gesehen, viele hatten diese sogar in der Hand.
Üblicherweise ausgestattet mit XLR-Ausgang am Mikro und einem Klinkenstecker, 6,3mm mono am anderen Ende. Aber auch eine XLR-XLR Variante ist möglich.
Die meisten davon sind mono & mit Niere/Superniere ausgestattet.
Videomikrofone wie das Rode Videomic sind auch dynamisch, diese sind aber speziell an kleine Kameras angepasst und notfalls mit Batteriefach um die nötige Stromversorgung zu gewährleisten.
Handheld-Mikrofone haben auch eine Entkoppelung für "Körpergeräusche" damit die Hand die das Mikro hält, möglichst wenig Geräusche verursacht. Billige Mikrofone neigen dazu dies nicht zu haben was eine Mikrofonhalterung praktisch erzwingt.
Aber selbst die günstige Modelle sind so robust gebaut, das man sie nicht tot kriegt. Man sollte es trotzdem nicht drauf anlegen, aber das ist der typische "on the road"-Fall wo man sich keine Sorgen machen muss.
Übliches Zubehör: Klemmhalterungen, Windscreen/Windschutz, meist aus Fell oder Schaumstoff - bei windigem Wetter geht es nicht ohne. Austauschbare Kabel.

Kondensatormikrofone:
Praktisch reine Studioprodukte, sind in den letzten Jahren aber extrem beliebt geworden (als USB-Variante & weil sie günstiger wurden).
Sind anfälliger (Kapsel kann leicht kaputt gehen), empfindlicher, nehmen weit mehr auf, geben eine andere Soundsignatur raus und brauchen Phantomspeisung, meist 48V was sie praktisch unbrauchbar unterwegs macht.
Sie sind für Studios gedacht wo sie meist nicht viel bewegt werden. On the road taugen sie nicht viel und gehen zu schnell kaputt wenn man nicht aufpasst.
Ihr Einsatzgebiet sind Homestudios & professionelle Studios, überwiegend für Gesang, Radio, Moderation usw.
Das Zubehör besteht meistens aus einer Spinne (flexible Halterung für Vibrationsdämpfung) und einem Popfilter/Popkiller, welches die "plosives", die explosiven Laute und Atemgeräusche unterdrückt. Austauschbare Kabel mit XLR-XLR, denn NUR XLR kann Phantomspeisung übertragen, Klinke kann es NICHT! Noch ein Grund welches diese Mikrofone "unpraktisch" macht bzw weitere Geräte zwischen Mikrofon & Endgerät erfordert.
Wer seine Videos bestmöglich vertonen will und das nötige Geld & auch n wenig mehr Platz hat, kann sich so eins holen.
Es gibt viele USB-Modelle, aber wie man auch im Video hören wird - damit ist man an den PC gebunden, die Teile sind es nicht wert wenn man eine Kamera hat wo das auch drangeht.

Beide Varianten gibt es als "Hybrid" mit XLR & USB-Ausgang. Lohnen sich schon, das bringt aber ordentlich Gewicht & Größe mit, der Preis steigt und sie sind selten. Analog is the way to go wenn man es an vielen verschieden Geräten nutzt.
 
Zuletzt bearbeitet:

cryonic

Bekanntes Mitglied
12. 01. 2015
59
21
8
33
Mischpulte & Audio Interface (Soundkarten):

Mischpulte:
Dienen dazu, verschiedene Signale abzumischen und sie an verschiedene Endgeräte zu verteilen.
Sie können aber auch mehr - ein Signal umwandeln (mono auf stereo, Klinke auf RCA usw), verstärken, verändern und sie machen das Leben leichter.

Worauf zu achten ist:
2-Band EQ ist gut, 3-Band ist besser (kostet aber Platz & Geld).
Anzahl der Kanäle - besser mehr als zu wenig.
Jeder Kanal zählt bei Profiequipment EINZELN - also wenn man 16 Eingänge hat, dann sind das 16 MONO-Eingänge. Hat man eine Stereo-Quelle, hat diese Links & Rechts ein Signal - also 2x Mono. So rechnet man da, lasst euch nicht verwirren.

Es gibt 3 Anschlüsse die jeweils als Eingang oder Ausgang belegt werden können.
XLR (1€-großer Stecker mit 3 Pins und Verschluss. Üblich bei Mikrofonen und balanced Ausgängen)
TRS, also auch große Klinke genannt, 6,3mm. Üblicherweise Mono, bei Kopfhörerausgängen und Kleinstgeräten aber auch Stereo.
RCA, auch Cinch genannt. Kennt jeder, gibts überall. Rechts ist immer Rot, so als Tipp.

3,5mm Klinke kommt praktisch nicht vor, digitale Ein-&Ausgänge sind erst in der Oberklasse ein Thema, diese werden hier nicht behandelt - gibts aber wie immer Coax & optisch.

Kleines günstiges Mischpult für alle Situationen wo weniger als 4 Kanäle nötig werden:
http://www.thomann.de/de/behringer_xenyx_302_usb.htm
Kann alles betreiben inc. Kondensatormikrofone, klanglich aber kein Hit - kostet aber auch nichts.

Größer gehts immer, wenn die Ansprüche steigen.

Audio Interface:

Es ist praktisch eine Soundkarte.
1 großer Unterschied sind zusätzliche Treiber unter Windows, ASIO genannt.
Sie geben der Soundkarte exclusiven Zugriff für nur 1 Programm (Windows etc. funkt nicht dazwischen) und verringern die Latenz auf 5-7ms im Schnitt, womit man auch live spielen kann ohne eine Verzögerung zu hören.

Sie haben verschiedene Ein&Ausgänge - Phono (Plattenspieler), RCA (Cinch, line-in oder out), TRS (Mono, Ein-&Ausgänge), XLR (Mikrofoneingänge, Audioausgänge, balanced, immer Mono pro Stecker), HiZ (high impedance für Instrumente wie E-Gitarre), & digitale Ein/Ausgänge + Kopfhörerausgang.
Phantomspeisung 48V ist bei den meisten dabei.
Sie ersetzen KEIN Mischpult direkt, denn sie brauchen Software zum funktionieren.
Man kann ein Signal darüber leiten, aber es fügt eine Verzögerung hinzu, bei einem schlechten Modell kommen locker mal 20ms raus die man hört und auf Aufnahmen wieder korrigieren muss.
Übliche Ausführung: USB/FireWire-Anschluss, mehrere Ein&Ausgänge bis hin zu 18+. Robuste, schwere Geräte die gerne mal 1 Kilo wiegen und mehr.
Größter Schwachpunkt - mieser Treibersupport durch die Bank weg.
Kein Support für 5.1/7.1 oder andere seltsame Surround-Konfigurationen. Audio Interfaces sind dafür gedacht mehrere Mono&Stereoquellen zu verwalten, genau wie Mischpulte. Wer also ein Surroundsystem besitzt, sollte sich nach einer guten handelsüblichen Soundkarte umsehen die es kann und dann ein Mischpult an diese dranhängen.

Auf jeden Fall eine Option für alle die eine besch...eidene Soundkarte im PC/Laptop haben.
Ab 100€ gehts los, gute preiswerte Sachen sind die Focusrite, M-Audio, Steinberg & Presonus-Produkte.

Im Video wurde benutzt:
Recording Tools MC-200 condenser mic, Altana AL-58 dynamic mic, ART Tube MP mic preamp, Terrasoniq Phase X64 USB audio interface.
Aufgenommen am PC, aber alle diese Sachen funktionieren auch an meiner DSLR mit passender Verkabelung.

Als Aufnahmeprogramm empfehle ich Audacity, kostenlos und gut genug für alle Aufgaben die man für Videovertonung brauchen könnte. DAW sind dafür overkill pur.


Fragt einfach hier nach verschiedenen Produkten, ich kann euch weiterhelfen. Bitte mit Angabe wo es angeschlossen werden soll und wie + wofür überhaupt.

Falls ihr so was antesten wollt für ein Review - auch da kann ich helfen mit der Auswahl.

P.S. Denkt ja nicht mit einem Headset-Mikrofon kommt ihr irgendwo weiter, Pfoten weg davon :)
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten