Erfahrungen mit Firmware Alternativen für NAS Syteme

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Blackgen

Lord Helmchen
Mod
12. 11. 2020
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Moin zusammen,
ich suche aktuell nach Möglichkeiten meiner veralteten NAS Systeme wieder aufleben zu lassen, ich habe einen D-Link DNS-323 und ein Shuttle Omninas KD20.
Beide unterstützen nur das SMB1 Protokoll und sind damit nicht mehr mit Windows 10 kompatibel. (Klar kann man das wieder aktivieren, darum soll es hier aber gar nicht gehen)

Ich bin dabei über 2 interessante Alternativen gestoßen: Alt-F (für einige D-Link Systeme) sowie OpenWrt als sehr allgemeine Firmware-Alternative für sehr viele Geräte.
OpenWrt ist keinesfalls speziell für NAS Systeme, mich würde interessieren ob jemand hier damit schon gearbeitet hat.

Gibt es hier in der Community jemanden der mit einem der beiden Projekte bereits Erfahrungen gesammelt hat?
Falls ja, wie lief es jeweils?
 
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Blackgen

Lord Helmchen
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12. 11. 2020
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Mittlerweile habe ich beide Firmware Alternativen ausprobiert und da dieser Thread bei Google sehr weit oben angezeigt wird lasse ich mal meine Erfahrungen hier:

Warum sollte man sich diese Alternativen angucken?​

Beide von mir genannten Produkte bieten nur Samba 1 (smb 1.0) als Dateiservice an. Unter Windows 10 werden die Geräte nicht mehr ohne weiteres im Netzwerk angezeigt (*)
Ein Netzwerkspeicher, den ich über das Netzwerk nicht mehr erreiche ist für mich unbrauchbar.


Alt-F

Alt-F ist eine sehr leicht nutzbare Alternative für viele DLink Netzwerkspeicher.
Im Vergleich zur ausgelieferten Firmware bietet es zum Beispiel den Vorteil, dass Samba in Version 2&3 angeboten wird.
Die Installation funktioniert komplett reibungslos über die Firmware Upgrade Schnittstelle des Gerätes. Auch eine Rückkehr auf die Original Firmware ist möglich, solange man eine Firmware Datei besitzt.

Negativ ist mit das UI aufgefallen, es wurde sehr auf Funktionalität und weniger auf Optik geachtet.

Funktional bin ich sehr zufrieden, mein DNS-323 lief mit Alt-F wirklich sehr gut und ich habe keine Features vermisst.


OpenWrt

OpenWrt kann man sich am besten als Basis-Linux für Router & ähnliche Geräte vorstellen. Die Software scheint besonders für Router sehr beliebt zu sein. Es werden sehr viele Geräte von unterschiedlichsten Herstellern unterstützt.

Allerdings ist vieles zu beachten:
  • OpenWrt richtet sich an Linux-Profis
  • Die Firmware ist nicht für NAS Funktionen ausgelegt, RAIDS und Netzwerkfreigaben müssen von Null installiert und eingerichtet werden.
  • Basisfunktionen wie Lüftersteuerung oder Temperaturkontrolle von CPU / HDD ist nicht für alle Geräte vorhanden! Auch Ports oder LEDs sind ggf nicht implementiert.
  • Die Installation ist teils sehr schwer und teilweise machen die Installationsdateien das Gerät unbenutzbar!
    Mein Gerät ist während der Installation und während eines Upgrades "gebrickt" - es wurde komplett unbrauchbar und musste aufwändig wiederhergestellt werden. Es gibt hierzu grobe Anleitungen wie man einige Geräte wieder retten kann.
    Für mein Gerät gab es eine Anleitung zur Installation sowie angabe bis zu welcher Version das Gerät mit der Firmware kompatibel ist.
Als Softwareentwickler macht mir OpenWrt allerdings viel Spaß: Es gibt mir komplette Kontrolle über alle Aspekte des Gerätes, meine Fähigkeiten und Kenntnisse setzen hier die Grenzen.

Ich würde dennoch jedem mit nur geringen Linux Kenntnisse sehr von OpenWrt abraten.

Auf der positiven Seite muss ich allerdings die Weboberfläche nennen: Sie ist Modular aufgebaut und lässt sich mit vielen Plugins erweitern. Insgesamt stehen mehrere tausend Plugins für verschiedene Funktionalitäten zur verfügung.

Fazit​

Ich habe beide Alternativen eine Zeit lang genutzt, nun nutze ich nur noch den KD20 mit OpenWrt.
Obwohl OpenWrt mir viel mehr abverlangt hat, genieße ich doch die Freiheiten die mir diese Firmware bietet.

(*) Samba 1 unter Windows 10: Generell lässt sich smb1 für Windows 10 als Optionales Feature aktivieren. Allerdings ist dieses Protokoll sehr alt und wird als unsicher eingestuft.
 
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